Kinofilm über den Retter der dänischen Juden

Der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz rettete im II. Weltkrieg über 7000 Juden in Dänemark das Leben. Nun bereiten Bastei Media und Drehbuchautor Knut Boeser die Verfilmung über das Leben des „guten Deutschen“ für das Kino vor.

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Duckwitz war als Schiffsachverständiger des Deutschen Reiches im besetzten Kopenhagen für das Auswärtige Amt tätig. In dieser Funktion hatte er Kenntnis von Hitlers geheimem Befehl zum 1. Oktober 1943, alle in Dänemark lebenden Juden in das Konzentrationslager Theresienstadt zu deportieren. Duckwitz riskierte sein Leben und informierte befreundete dänische Politiker und die jüdische Gemeinde in Kopenhagen über die bevorstehende Verhaftungswelle.

Der renommierte Drehbuchautor und Spezialist für historische Filmstoffe Knut Boeser recherchiert seit langem zum Thema Duckwitz und hat sich ausführlich mit den handgeschriebenen Tagebuchaufzeichnungen des Diplomaten und vielen anderen Quellen beschäftigt. Das entstandene Drehbuch will er mit Bastei Media für das Kino verfilmen. Die Produzenten sind Michael Luda und Jan Richard Schuster. Drehbeginn wird 2019 sein.

Die Rettung der dänischen Juden ist ein in der Geschichte beispielloser Akt von Hilfsbereitschaft und Solidarität. Viele Dänen retteten ihre jüdischen Mitbürger, zu denen auch viele aus Deutschland Geflüchtete zählten. In Fischerbooten wurden Männer, Frauen und Kinder nachts über den Öresund ins neutrale Schweden übergesetzt und in Sicherheit gebracht. Unter den Geretteten war auch der spätere hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der in der Bundesrepublik Deutschland die Auschwitz Prozesse maßgeblich initiierte.

Für seinen Einsatz zur Rettung der dänischen Juden wurde Georg Ferdinand Duckwitz 1971 vom Staat Israel in der Holocaust- Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Im Nachkriegsdeutschland war er weiterhin als Berufsdiplomat tätig und als Staatssekretär im Außenministerium. Er verstarb 1973 in seiner Heimatstadt Bremen.